PRESSEINFORMATION 71/2016

EU-Strategie für Flüssigerdgas und Speicherung von Gas

Die EU-Kommission will den Einsatz von Flüssigerdgas (LNG) und Gasspeichern erleichtern, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen. 

Gasimporte stärker diversifizieren und die Flexibilität der Gaslieferungen erhöhen – dies sieht die gegenwärtig diskutierte Strategie der EU-Kommission vor. Dazu sollen Gasspeicher effektiver genutzt und der Import von Flüssigerdgas (Liquefied Natural Gas, LNG) attraktiver gemacht werden. Die vorliegende Strategie zielt auf eine effiziente, grenzüberschreitende Gasinfrastruktur und den Abbau regulatorischer Hemmnisse. „Damit erhalten Gasversorger in allen EU-Mitgliedstaaten Zugang zu Gasspeichern und LNG-Märkten“, erklärt Moritz Bonn vom cep.

Positiv bewertet Bonn zudem, dass mit den vorgeschlagenen Maßnahmen, die Zusammenarbeit mit Drittstaaten verbessert und auch Barrieren beim weltweiten Handel mit LNG abgebaut werden. Auch fordere die EU-Kommission zu Recht, dass sich strategische Gasreserven und Speicherpflichten einzelner Mitgliedsstaaten nicht negativ auf die Versorgungssicherheit in anderen Mitgliedstaaten auswirken dürften. Der cep-Experte weist andererseits darauf hin, dass die Pflicht zum Aufbau eines LNG-Tankstellennetzes zwar den grenzüberschreitenden Verkehr mit LNG-betriebenen Lkw und Schiffen fördert, gleichzeitig aber zu hohen Fehlinvestitionen führen kann. Hintergrund: Die EU deckt den Großteil ihres Gasverbrauchs durch Erdgas, das über Pipelines aus wenigen Drittstaaten importiert wird. Aufgrund des bestehenden Pipelinenetzes können einige Mitgliedstaaten im Ostseeraum und in Südosteuropa Erdgas nur aus Russland importieren.

Die cepAnalyse lesen Sie hier.